Sportliches Schießen - was ist das?

 

Sportliches Schießen bedeutet Schießen nach bestimmten Regeln. Die Waffe wird dabei - entgegen ihrer ursprünglichen militärischen und/oder jagdlichen Bedeutung - als Sportgerät verwendet, ähnlich wie der Speer beim Speerwerfen oder der Degen beim Fechten.

Das Ziel heißt „treffen“

Ziel des Sportschießens ist es, die Mitte einer Schießscheibe, durch Einklang von Körper (statischem Aufbau, und Körperbeherrschung) und Geist (innere Ruhe und Kontrolle von äußeren Einflüssen), zu treffen. Die Ringanordnung auf einer Schießscheibe wird „Spiegel“ genannt, in den meisten Disziplinen handelt es sich um Ringscheiben, bei denen maximal zehn Ringe erreicht werden können. Je näher man die Treffer in der Mitte platzieren kann, umso mehr Ringe erhält der Schütze.Obwohl sowohl Bogen- als auch Schusswaffen lebensgefährliche Verletzungen verursachen können, ist Sportschießen ein eher ungefährlicher Sport, da der Schießbetrieb nur auf zugelassenen Schießständen und nur unter ständiger Aufsicht stattfinden darf.

Gewehr
Das Gewehr hat eine rund 700-jährige Geschichte. Im sportlichen Bereich kann man Luftdruckgewehre, Kleinkalibergewehre (KK), Großkalibergewehre und Dienstgewehre unterscheiden. Die Entfernungen auf die geschossen werden, hängen vom Typ der Waffe ab. Luftgewehre werden üblicherweise auf 10 m geschossen, KK-Gewehre auf 50 oder 100 m, großkalibrige Gewehre bis zu 1000 m. Das Visier besteht in der Regel aus Diopter (hintere Visierung) und Korn/Ringkorn (vordere Visierung). Optische Hilfsmittel zur Vergrößerung des Zieles sind üblicherweise verboten (Ausnahme: „Laufende Scheibe“, die mit Zielfernrohr auf der Waffe geschossen wird).

Zumindest zeitweise Olympische Disziplinen waren/sind:

Das „Luftgewehr“ (LG) ist die Einstiegswaffe der Gewehrschützen. Es wird aus 10 m Entfernung auf relativ kleine Schießscheiben geschossen. Das Zentrum der Scheibe, also die Zehn, hat einen Durchmesser von 0,5mm mit +/- 0,1mm Toleranz. Ein Standard-Wettkampf beträgt 40 Schuss innerhalb von 75 min. Auf nationaler und internationaler Ebene beträgt die Schusszahl bei den Junioren A und Herren jeweils 60 Schuss, innerhalb von 105 min.

„Luftgewehr/Kleinkaliber- Laufende Scheibe“ 10 bzw. 50 Meter Entfernung. Die Scheibe läuft mal von links nach rechts, mal umgekehrt und in unterschiedlichen Geschwindigkeiten.

„KK-Gewehr Dreistellungskampf“, 50 Meter Entfernung jeweils drei Serien à 20 oder 40 Schuss liegend, stehend und kniend.

„KK-Gewehr – Liegendkampf“, 50 Meter Entfernung, 60 Schuss in liegender Position in 90 min Schießzeit.

In der Disziplin „Luftgewehr Dreistellungskampf“ (wie KK-Dreistellungskampf) schießen nur Jugendliche bis zu einem Alter von einschließlich 15 Jahren. Daher ist diese Disziplin nicht olympisch. Hier werden lediglich 10 Schuss (Schülerklasse) bzw. 20 Schuss (Jugendklasse) pro Disziplin geschossen.

Pistole
Die Pistole als ehemalige Reiter- und vor allem Duellwaffe erfreut sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts wachsender Beliebtheit als Sportgerät. Das Visier besteht in der Regel aus Kimme (hintere Visierung) und Korn (vordere Visierung). Bei allen olympischen Disziplinen und den meisten anderen, wird die Pistole grundsätzlich nur mit einer Hand gehalten. Das einhändige Halten verlängert zum einen den Weg vom Auge zur Visierung und erhöht somit die Zielgenauigkeit, zum anderen kann die Waffe tatsächlich wesentlich ruhiger gehalten werden, weil die körpereigene Unruhe (z.B. Muskelzucken) sich schlechter auf die Waffe übertragen kann. Bei Disziplinen, bei denen es auf schnelle Schussfolgen mit großkalibrigen Waffen ankommt (z.B. IPSC), wird die Pistole hingegen in der Regel beidhändig gehalten, da die Waffe ansonsten durch den Rückstoß zu stark beeinflusst würde.

Die „Luftpistole“ (LuPi, LP) ist wie das Luftgewehr bei den Gewehrschützen die Einstiegswaffe des Pistolenschützen. Die Entfernung zur relativ großen Zielscheibe beträgt 10 m. Die Zehn hat einen Durchmesser von 11,5mm. In der Zeit von 75 min werden 40 Schuss zu maximal 5 Schuss pro Scheibe abgegeben. Auf nationaler und internationaler Ebene beträgt auch hier die Schusszahl bei den Junioren A und Herren jeweils 60 Schuss, innerhalb von 105 min.

Die Disziplin „Sportpistole“ (SpoPi) wird üblicherweise mit Kleinkaliberpistolen (olympisch) oder Revolvern im Kaliber .22lfb auf eine Entfernung von 25 m geschossen. Die Großkaliberpistole hat ein Kaliber von mehr als 7,65 mm und wird ebenfalls auf 25 m geschossen. In dieser Disziplin wird zur einen Hälfte auf eine normale, stehende Scheibe geschossen (Präzision), und zum Zweiten auf eine sich drehende Scheibe (Duell). Die Scheibe bleibt hierbei 7 Sekunden lang verdeckt, klappt dann auf und ist 3 Sekunden zu sehen. In diesen 3 Sekunden kann der Schütze den Schuss abgeben. Dieser Vorgang wiederholt sich fünf Mal.

Die Disziplin „Freie Pistole“ (FreiPi, FP) wird auf 50 Meter Entfernung im Kaliber .22lfb geschossen. Die dabei verwendeten Scheiben sind genau so groß wie bei der Sportpistole. Eine Freie Pistole hat keinen automatischen Auswurf und nimmt nur eine Patrone auf (Einzellader). Die olympische Wettkampfdisziplin beträgt 60 Schuss in 120 Minuten. Oft wird diese Disziplin auch als Königsdisziplin bezeichnet.

Bei der „Olympischen Schnellfeuerpistole“ (OSP) wird auf fünf nebeneinander stehende Drehscheiben jeweils ein Schuss abgefeuert. Eine Serie besteht aus 30 Schüssen. Der Schütze schießt je 2 Serien in je 8 Sekunden, 2 Serien in je 6 Sekunden und 2 Serien in je 4 Sekunden. Das verwendete Kaliber ist .22lfb = 5,6mm mit Randfeuerpatronen. Die Scheiben sind wesentlich größer als bei den anderen Disziplinen.

Die Disziplin „Standardpistole 25m“ wird mit einer Pistole oder Revolver im Kaliber .22lfb geschossen, der Wettbewerb besteht meist aus 60 Schuss in drei aufeinander folgenden Durchgängen von je 20 Schuss. Jeder Durchgang besteht aus 4 Serien à 5 Schuss in der Reihenfolge a) 4 x 5 Schuss in 150 Sekunden, b) 4 x 5 Schuss in 20 Sekunden, c) 4 x 5 Schuss in 10 Sekunden. Die Schießscheiben sind von der gleichen Sorte, wie sie bei der „Freien Pistole 50m“ verwendet werden.

 

 

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